Rehabilitationsklinik Saulgau
Fachklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie (BGSW)
 
 
 
 

REHA MACHTS BESSER

Auftakt zum bundesweiten Reha-Tag in den Fachkliniken Wangen

Wangen/Berlin - Die zentrale Veranstaltung des diesjährigen Reha-Tages fand am 6. Oktober an den Waldburg-Zeil Fachkliniken Wangen statt. Dieser bundesweite 18. Deutsche Rehatag stand 2021 unter dem Motto „Reha in den Zeiten der Pandemie“.
Ziel der deutschlandweiten dezentralen Aktionen war es, zu zeigen, welchen Stellenwert Reha für die Gesellschaft hat. Brigitte Gross, Mitglied des Direktoriums bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, Peter Weiß, MdB, 1. Vorsitzender Aktion Psychisch Kranke e. V. und Schirmherr des Deutschen Reha-Tages 2021, sowie Petra Krebs als Mitglied des Landtages betonten in ihren Grußworten, dass Reha unverzichtbar für Menschen jeden Alters sei. Reha vor Rente und Reha vor Pflege müssen noch selbstverständlicher eingesetzt und der Zugang zu Rehamaßnahmen deutlich vereinfacht werden, so die Politikerinnen und Politiker unisono.  
  
 

Reha hilft, die Folgen der Pandemie zu überwinden

 
In ihren Vorträgen erläuterten die Chefärzte der Waldburg-Zeil Fachkliniken Wangen, dass Reha das geeignete Instrument sei, um die gesundheitlichen Probleme von Long-Covid-Patienten und Patienten mit pandemiebedingten psychischen Belastungen zu lindern. Bei etwa jedem siebten bis zehnten Patienten in Deutschland wird nach einer überstandenen Covid19-Infektion Long- bzw. Post-Covid diagnostiziert. Prof. Dr. Josef Rosenecker ging in seinem Beitrag auf die Behandlung von Long-Covid-Syndromen bei Kindern und Jugendlichen an den Fachkliniken Wangen ein. Von vier Millionen mit Covid-19 in Deutschland infizierten Patienten waren etwa 400 000 Kinder und Jugendliche. 1 700 mussten stationär behandelt werden, 400 wiesen das so genannte Paediatric inflammatory multisystem syndrome (PIMS) auf. Mit einer Rehabilitationsmaßnahme, stellte Prof. Rosenecker in einem Fallbericht vor, können die Folgen dieser Erkrankung behandelt und der Weg in einen selbst bestimmten normalen Alltag ermöglicht werden.   
  
Dr. Nora Volmer-Berthele zeigte in ihrem Vortrag auf, warum und wie Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern durch die Pandemie in einem hohen Maß psychisch belastet waren und sind. „Jede Familie möchte nach dem Ende der dritten Corona-Welle die Lücken aufholen, die sich in der Schule ergeben haben“, so Dr. Volmer-Berthele. Aber nicht nur beim Lernstoff haben Kinder und Jugendliche viel verpasst. Selbstständig werden, gesund streiten, Stress aushalten - die Verunsicherung ist durch die Monate der Isolation groß. „Auch wenn sich viele wünschen, dass es (nur) wieder so wird wie vorher – die Jugend braucht mehr, um die verpassten Gemeinschaftserfahrungen und alle damit verbundenen wichtigen Erinnerungen aufzuholen und sich dem Leben stellen zu können“, forderte Volmer-Berthele. Mit einer Rehabilitation zum Beispiel an den Fachkliniken Wangen werden Familiensysteme unterstützt und gestärkt.  
Aus neurologischer Sicht beschrieb der Neurologe Prof. Dr. med. Paul-Jürgen Hülser die Folgen einer Covid-19-Erkankung für das zentrale und/oder periphere Nervensystem und/oder die Muskulatur sowie die Behandlungsmöglichkeiten in der so genannten Frührehabilitation Phase B und der weiterführenden neurologischen Reha Phase C.   
  
In einer Podiumsdiskussion loteten die Chefärzte der Fachkliniken Wangen aus, welche Erfahrungen für das Gesundheitssystem aus der Pandemie gezogen werden können und wie Rahmenbedingungen für eine solide und nachhaltige medizinische Versorgung von Menschen gestaltet sein müssen. Denn obwohl jeder weiß, dass Reha stark macht, wird sie seit Jahren geschwächt, sodass in der jetzt zu Ende gegangenen Legislaturperiode der Anteil von Reha und Vorsorge an den Gesundheitsausgaben sank – obwohl der Bedarf gestiegen ist und weiter steigt.   
  
Deshalb forderten die Teilnehmer der Wangener Veranstaltung von der neuen Bundesregierung: Reha - Macht’s besser!   
  
Wer die Vorträge und die Podiumsdiskussion verpasst hat, kann dies gerne jederzeit im Youtubekanal https://www.youtube.com/channel/UCXzQOJVeQ4vpxmCEV14MPmg der Waldburg-Zeil Kliniken anschauen.   
  
 

Die Forderungen

 
  • 1. Zu viele Rehaanträge werden abgelehnt - der Zugang zur Reha muss leichter werden. Wer sie braucht, sollte nicht mehr um sie kämpfen müssen.  
  • 2. Reha-Leistungen müssen besser vergütet werden, denn unter dem aktuellen Preisdumping leiden die Kliniken und ihre Beschäftigten ebenso wie die Patientinnen und Patienten. Dazu gehört auch, dass vor allem unter anderem die Krankenkassen die Reha-Kliniken allein nach den Kosten und nicht nach der Qualität beurteilen. 
  
  

Was kann die Politik besser machen?

 
  • 1. Den so genannten Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen aus dem Gesetz streichen. Für eine Reha muss eine ärztliche Verordnung reichen! Das heißt, eine Reha gibt es dann einfach wie ein Medikament in der Apotheke auf Rezept. 
  • 2. Den Deckel vom Rehabudget nehmen – also so viel finanziellen Spielraum lassen, wie benötigt wird. 
  • 3. Das gesetzlich festgelegte Wunsch- und Wahlrecht von Patienten stärken.
  
  
Was ist der Reha-Tag?
 
Das wichtigste Ziel des Reha-Tages ist es, die Bedeutung, Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit der Rehabilitation in Deutschland in gesundheitspolitischer und gesellschaftlicher Hinsicht deutlich zu machen. Er setzt sich für die Stärkung und die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Rehabilitation, die Einbindung der betroffenen Menschen und die enge Vernetzung aller an der Rehabilitation beteiligten Akteure ein. Der Deutsche Reha-Tag stellt die beispielhafte Vielfalt und Qualität der Rehabilitation vor Ort in den Blickpunkt der politischen und medialen Öffentlichkeit.  
www.rehatag.de  
  
 
Pressemeldung vom 6.10.2021 
Veröffentlicht am: 08.10.2021  /  News-Bereich: News des Klinikverbundes
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